Judith Hopf
Sven-Åke Johansson
Gunter Reski
René Lück
2. Int. Lückerinnerungstreffen
Peter Stauss
Petra Trenkel, Annette Kisling
Editionen, 4 Jahre WBD
Martin Städeli
Jürgen Kisch
Joachim Grommek, Rudi Molacek
Thaddäus Hüppi
Thomas Ravens
Gruppenausstellung 3
Uta Kollmann
Johannes Hüppi
Fritz Heisterkamp
Stefan Ettlinger und Heinz Hausmann
Peter Piller
Christoph Bannat
Judith Hopf
Gregor Hildebrandt
Petra Trenkel
Stefan Ettlinger
Gruppenausstellung 2
Thaddäus Hüppi
Gruppenausstellung 1
Martin Städeli
Thomas Ravens
Uta Kollmann
Fritz Heisterkamp








Text   Biographie



Pressetext zur Ausstellung:

Peter Stauss

„Genius Loci“

Die Einladungskarte (Kolonie Monte Veritas) zeigt den Versuch und das moderne Bemühen, einen Ort zu finden, einen existentiellen Anknüpfungspunkt, eine referenzielle Rückkoppelung, die einen (möglichst unabhängigen) Ansatz gesellschaftlichen Handelns ermöglicht und weist damit auf einen beständigen Motivkomplex in der Malerei von Peter Stauss hin: Die Untersuchung des Zusammenhangs von räumlicher Konstruktion und sozialem System sowie des Körpers als Gegenstand bzw. als Projektionsfläche weltanschaulicher Determinierungs-versuche.

Seit 4 Jahren arbeitet Peter Stauss an einem umfassenden Zyklus, in dem insistente Hippi-Figurationen versuchen, eine Art malerische Katastrophe von greller Farbigkeit, in der Aufbruch und Endzeit in Eins zu fallen scheinen, zu besiedeln und dabei eine penetrante und oft hinfällige Kreatürlichkeit behaupten und dem Betrachter entgegenhalten.

In seiner bei WBD gezeigten neuen Serie malpalettengroßer Arbeiten mit dem Titel „Genius Loci“ konkretisieren diese Protagonisten als erzählerische Fragmente einen leuchtenden von koloristischen und plastischen Präsenz der Farbe dominierten Bildraum. Malgrund und Farbe sind in einem undurchsichtigen Prozess sumpfartig verschmolzen mit Gestalten, die in dubiosen Gesten und Verrichtungen Reste individueller Handlungsimpulse zeigen. Sie kultivieren eine Zone wilder aber filigraner Farbspuren mit entlarvenden zivilisatorischen Details, mit einer Typologie disparater Einhausungsversuche in einer defizitären Gegenwart. Sie tauchen auf und entziehen sich gleichzeitig in einer letztlich unbeherrschbaren Raum/Zeitdynamik aus Farb-materie, einer Art pastosem Nirvana.

Für Stauss Arbeitsweise charakteristisch ist die malerische (und virtuose) Rückkoppelung von politisch-erzählerischen Gehalten und einem von einer virulenten ebenso wie elementaren Dynamik animierten Bildplan. Seine Arbeiten provozieren mit einer erzählerischen Direktheit, mit obszönen, verzweifelten Details, gleichzeitig fesseln sie durch den Kontrast von sinistren Figuren, einer aufgedrehten, oft aggressiven Farbigkeit und einer sensiblen, oftmals delikaten Balance von Erzählung, Farbigkeit und Komposition.

Diese Balance überhöht den profanen bzw kreatürlichen Gegenstand, mit ihr tritt ein sympathetisches, wenn nicht karitatives Pathos auf den Plan, das in ganz eigenen Bildfindungen auflebt, ohne seinen Gegenstand zu verklären, dessen Konturen dabei analytisch beweglich bleiben und das sich so einer moralischen Vereinnahmung entzieht.

Michael Dethleffsen